voxeljet veröffentlicht neue 3D-Druck Technologie

High Speed Sintering Prozess zur Herstellung von Endprodukten

September 2017 – voxeljet, der führende Hersteller industrieller 3D-Drucksysteme für industrielle Anwendungen und Spezialist für Powder-Binder-Jetting von Kunststoff und Sand, hat die Markteinführung seines High Speed Sintering (HSS) – Prozesses für November 2017 bekannt gegeben. Das ursprünglich von Prof. Neil Hopkinson entwickelte Verfahren wurde von Evonik und der Loughborough University an voxeljet lizensiert. In Kombination mit dem Know-How von voxeljet im Bereich des Binder-Jettings wurde das HSS-Verfahren zu einer produktiven und präzisen Technologie weiterentwickelt.

Für alle Arten von Kunststoffapplikationen geeignet

Im Gegensatz zu den bisherigen Lösungen von voxeljet, die sich auf die Gießereiindustrie spezialisieren, ermöglicht das neue HSS-Verfahren das Drucken von Teilen, welche in ihren Qualitäten und Eigenschaften vergleichbarer Prozesse, wie Multi-Jet-Fusion oder Spritzguss, in keiner Weise nachstehen. Vielseitig einsetzbare und voll funktionsfähige Prototypen wie Klammern, Schuhsohlen, Schnallen und andere Gebrauchsteile können problemlos für den Endverbraucher hergestellt werden. Weitere Anwendungsmöglichkeiten für HSS-Produkte bieten sich beispielsweise auch bei der Gestaltung von Innenräumen von Automobilen oder bei Produktverpackungen.

„In Verbindung mit unserem Einsteigersystem, der VX200, bietet das neue High Speed Sintering Verfahren eine einzigartige Flexibilität hinsichtlich anpassbarer Prozess- und Maschinenparameter, die vom Kunden je nach Materialauswahl individuell angepasst werden können. Neben der Lieferung von PA12-Pulver an Kunden gewährt voxeljet aber auch das Open Sourcing von Materialien und bietet einen Prüf- und Zulassungsservice für neue Werkstoffe an. ProPrint, unsere neue modulare Software, kann in einem Entwicklungspaket mit uneingeschränktem Zugriff angeboten werden, d. h. der Anwender kann das System programmieren und eigene Makros hinzufügen. Darüber hinaus verfügt es über eine Datenbank für Data Mining Prozesse, die der Kunde individuell an seine Bedürfnisse anpassen kann. Durch das weitreichende Angebot verschiedener 3D-druckbaren, thermoplastischer Materialien – darunter auch Elastomere – eignet sich dieser Prozess auch für Zulieferer, Universitäten und andere Institutionen“, erklärt Dr. Ingo Ederer, CEO der voxeljet AG.

 

„Die hochbelastbaren, industriellen Drucker von voxeljet sind in der Lage verschiedenste Materialien zu verdrucken und ermöglichen unabhängig von der Art des Druckes eine hohe Auflösung, gleichbleibende Schichtzeiten und fortschrittliches Thermomanagement. Durch die Breite unserer Druckköpfe sehen wir ein hohes Potenzial, die Druckgeschwindigkeiten auf großen Plattformen zu steigern und die Produktivität gegenüber anderen AM-Prozessen weiter zu erhöhen“, ergänzt Christian Träger, Director Sales & Marketing.

Der 3D-Druckprozess

Die Basis für HSS ist die gleiche wie die Kerntechnologie von voxeljet: das Binder Jetting. Bei diesem neuen Verfahren wird eine feine Schicht aus polymerem Pulver, bspw. PA12 oder TPU, aufgetragen. Ein Tintenstrahldruckkopf verteilt selektiv eine Infrarot absorbierende Tinte direkt auf die Pulveroberfläche an den Stellen, die gesintert werden sollen. Da der Druckprozess keine weiteren Flüssigkeiten benötigt, können die Materialkosten auf ein Minimum reduziert werden. Im Anschluss wird die Bauplattform mit Infrarotlicht bestrahlt. Die verdruckte Flüssigkeit absorbiert das Licht, was dazu führt, dass die darunterliegende Pulverschicht schmilzt und versintert. Dieser Vorgang wiederholt sich Schicht für Schicht, bis der Aufbau eines funktionsfähigen Kunststoffteiles abgeschlossen ist.

Das High Speed Sintering Verfahren wird im November auf der Messe formnext in Frankfurt am Main, die vom 14. bis 18. November 2017 stattfindet, offiziell vorgestellt. Weitere Informationen über das neue HSS Verfahren und die verfügbaren Systeme werden folgen.