3D-Druck – die Zukunft der Requisitenherstellung

Die Nachfrage nach möglichst realitätsnahen Filmrequisiten ist hoch. Viele der bisher genutzten Verfahren zur Requisitenherstellung reichen heutzutage nicht mehr aus, da die verbesserte Kameratechnik jegliche Details abbildet. Digitale Technologien wie 3D-Scan, 3D-Modellierung und 3D-Druck bereiten eine neue Ära des Modellbaus und ermöglichen eine bisher unerreichbare Komplexität der Teile. 

 

Die neue Art des Modellbaus  

Die Nutzung digitaler Technologien setzt neue Standards hinsichtlich auf Zeit, Flexibilität und Kosten. Modellbauer, die diese Technologien bereits nutzen, zeigen sich enthusiastisch: „Zeitaufwendige Details können wir nun wortwörtlich binnen Minuten am Computer erstellen, mit einer höheren Präzision und Auflösung als auf traditionellem Wege. Mit Hilfe des 3D-Drucks dauert es nun nicht mehr Tage, sondern Stunden, um dasselbe Objekt herzustellen -  ohne Ausschuss und mit der Möglichkeit höhere Stückzahlen des Objekts in  identischer Qualität herzustellen“ (Neville Page, 2015).

Mittlerweile haben nicht nur Modellbauer sondern auch Kostümdesigner, Spezialeffekt-Experten und Maskenbildner revolutionäre Verwendungsmöglichkeiten und Anwendungen für den 3D-Druck entwickelt. Neben dem hohen Grad an Komplexität, stellt die additive herstellung von Filmrequisiten einen weiteren Vorteil dieser Technologien dar.

3D-Druck ermöglicht es Designänderungen nahezu augenblicklich zu realisieren und Prototypen innerhalb von Stunden herzustellen. Regisseure können sich den Prototyp ansehen, Änderungen vornehmen, hoch- bzw. runterskalieren und ihn am nächsten Tag in den Händen halten. Daraus entstehen beträchtliche Zeitersparnisse bei der Gestaltung eines Modells.

Am Ende sind es nicht nur die realisierbare Komplexität und die Zeitersparnis bei der Fertigung. 3D-Druck bietet außerdem einen hohen Grad an Flexibilität. Die digitale Speicherung von 3D-Scans- und Modellen senkt den Lagerungsbedarf, da die detailgetreue Reproduktion rasch umgesetzt werden kann. Zusätzlich wird die Herstellung von verschiedenen Versionen und Größen des selben Modells für beispielsweise Nahaufnahmen, Stunts oder Special-Effect-Aufnahmen drastisch erleichtert und mühelos realisiert.

Gemessen an den Möglichkeiten, erscheint es nicht überraschend, dass ein kürzlich veröffentlichter Hollywood Blockbuster sich die 3D-Druck-Technologien zu Nutze gemacht hat, wodurch diverse Requisiten wie Helme und Waffen gefertigt wurden. Da einige der Originalrequisiten  aus vorherigen Filmen der Reihe zu groß und teilweise nicht länger verwendbar waren, wurden sie dem digitalen und additiven Verfahren unterzogen.

Der Prozess

Zu Beginn wird am Computer ein 3D-Modell oder ein 3D-Scan des realen Objekts erstellt. Anhand der daraus entstandenen Datei, kann das Design an die Vorstellungen des Regisseurs angepasst werden, bevor das Modell gedruckt wird. Mit der Einleitung des Druckprozesses wird eine 0,15 mm dünne Schicht PMMA-Pulver auf eine Bauplattform aufgetragen, welche im Anschluss durch einen Druckkopf selektiv mit Binder verklebt wird. Nachdem das Requisit gedruckt wurde kann es noch nachbearbeitet werden, in dem es koloriert und mit Detaillierter Handarbeit fertiggestellt wird. 

In dem folgenden Video wird der komplette Prozess zur Erstellung eines Requisits gezeigt: 

 

Die Anwendung solcher 3D Druck- und Scan-Technologien gewinnt in der Film- und Requisiten-Industrie immer mehr an Bedeutung. Sowohl Künstler als auch Designer aus unterschiedlichen Bereichen werden in den verschiedensten Applikationen auch künftig Requisiten additiv herstellen. 

Quellen

Ashcroft, P. (2012). 1/3 scale Aston Martin DB5 for Skyfall [png]. Retrieved from http://philippa-ashcroft.co.uk/gallery/fullsize/001.png

 

Neville, Page: (Matisons, M.) 3D printing helps Hollywood special effects artists, Alchemy Studios, make better scary monsters and dead bodies (2015), in: 3dprint.com/103751/3d-printing-helps-hollywood-special-effects-artists-alchemy-studios-make-better-scary-monsters-and-dead-bodies/ (Retrieved on 12.12.16)

 

OopNorth. (2012, August 25). Richard E. Grant visits Pinewood Studios [Video file]. Retrieved from www.youtube.com/watch

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